Rückblicke

Liebe Freunde von Bert’s Weintours, auf dieser Seite finden Sie die von Teilnehmern unserer Reisen verfassten Reise-Rückblicke.

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Notizen unserer Mitreisenden

3 Gedanken zu „Rückblicke

  1. Sommer am Kap, Februar 2017. Eine kaum zu übertreffende Weinreise.
    Nach fast 2 jähriger Suche nach einer Weinreise zu meinen 60igsten Geburtstag bin ich per Zufall oder Glück auf diese Seite gestoßen. Diese Reise wurde sodann von meiner Ehefrau und mir gebucht.

    Die Erwartungen waren normal. Um so mehr waren wir über die Organisation, den Ablauf, und den Erlebniswert überrascht.
    Wir erlebten einen herzlichen, offenen, freundlichen Empfang von Bert Seiter und Axel Venn.
    Wir wurden fast täglich mit einem Aha Event überrascht. Wir haben bei namhaften Weinfarmen Weine probiert und dann aufs
    köstlichste zu Abend gegessen. Alle Hotels hatten einen sehr guten Standart. Das Frühstück war bei allen hervorragend.
    Die Fahrzeuge waren immer Klimatisiert und die Fahrzeiten maximal um die 2 Stunden.

    Der Aussage von einem Tourteilnehmer “ diese Reise kann man nicht kaufen, nur bei Bert“ schließen wir uns voll an.

    Wir hoffen, das wir weitere Reisen mit Berts Weinreisen unternehmen können.

  2. AmKap der guten Tropfen Weinreise nach Südafrika Februar 2011
    Für Weinliebhaber ist Südafrika ein gelobtes Land. Die Güter öffnen ihre Keller gerne für Besucher. Eine Tour zu Säbeln und Flaschen.
    VON JÜRGEN BARTLE AUS KAPSTADT
    Die Wand, gegen die wir laufen, als die Tür nach draußen aufgeht, macht gaaanz weiche Knie, obwohl sie genau das ist, was sonst immer so gut riecht: die frische Luft. Aber diese Luft ist verdammt warm, und wir haben gerade im dick ummauerten Gewölbekeller von Hartenberg Estate vier wunderbar kühle Weißweine verkostet. Da darf der Kreislauf g’schwind mucken.

    Oder ist es doch der Alkohol, der wacklige Knie macht?

    Egal, wir sind ja schon anderthalb Wochen unterwegs auf dieser Reise und wissen, was hilft. Einmal kurz alles durchschütteln und ab ums Eck durch die nächste Tür nach drinnen. Das ist der Fasskeller für die Roten. Nicht ganz so kühl wie der für die Weißen, aber viel, viel kühler als diese 35 Grad, die uns der südafrikanische Herbst Ende Februar/Anfang März seit Tagen schon vorsetzt. Das ist ungewöhnlich für diese Jahreszeit: Zehn Grad weniger sind normal, aber wenigstens ist die Luft trocken. Jedenfalls draußen, an der „frischen“ Luft.

    Im Rotwein-Keller, der eine gigantische klimatisierte Halle ist, in der in Reih‘ und Glied Hunderte französischer Barrique-Fässer gestapelt sind, in denen die Jungweine im Schnitt etwa zwölf Monate reifen, stehen vier weitere Weine zur Verkostung an. Ein Merlot, ein Shiraz, ein Cabernet-Sauvignon, die üblichen Verdächtigen, die beinahe jedes südafrikanische Weingut produziert, und der MacKenzie 2006, das Spitzenerzeugnis des Hauses Hartenberg. Sonette und Heleen ?????, Mutter und Tochter des Hauses, tischen zu jedem Wein ein anderes Fingerfood auf, am besten kommt die „Smoked Olive Paste“ zum Shiraz. Nachher, im gutseigenen Restaurant, gibt’s zum Abschluss noch einen „Vesperteller“, zu dem jeder sich einschenken darf, was ihm vorher am besten geschmeckt hat. Wir merken es längst nicht zum ersten Mal, seit wir unterwegs sind: Von guter, leichter und bekömmlicher Küche verstehen sie auch eine ganze Menge in diesem Land.

    Vorher aber gibt’s noch ein Ständchen. Immer, wenn die Akustik stimmt, und in Weinkellern ist das bisweilen der Fall, holt Bert Seiter die stirlingsilberne Querflöte raus und gibt irgendwas zwischen Bach und Lokomotive Breath zum Besten. Der Mann war das Risiko dieser Reise.

    Seiter, 52, ist Weinimporteur und -großhändler sowie Veranstalter von Weinreisen (auch nach Portugal, Frankreich und Italien) mit Firmensitz in – Regensburg. Vom Starkbier zur Weißwurst würde der sicher etwas verstehen, aber vom Wein? Immerhin, ein Ehepaar in der Gruppe hatte die beinahe gleiche Reise mit Seiter vor fünf Jahren schon mal gemacht und einige andere zum Mitreisen überredet. Die merken schnell: Der Mann ist gar kein Bayer, sondern Pfälzer, der in einem beschaulichen Dorf an der Weinstraße aufwuchs und in die oberpfälzische Wein-Diaspora zum Studieren ging. Seinen Riesling nahm er von Zuhause mit, ließ die Kommilitonen probieren, brauchte alsbald ein Auto mit größerem Kofferraum und hatte am Ende des Studiums sowohl den Diplom-Kaufmanns-Titel erworben als auch bereits eine florierende Weinhandlung am Laufen. Eben in Regensburg.

    Heute ist Seiters Firma „Bert’s Weinexpress“ einer der größten Importeure in Deutschland für Weine aus Südafrika und Portugal. Ca. 150.000 Flaschen jährlich feinster Weine führt Seiter allein aus Südafrika nach Deutschland ein, einige der zehn Weingüter, die wir insgesamt in zwei Wochen besuchen, werden exklusiv durch ihn bei uns vermarktet. Kein Wunder deshalb: Wohin wir mit ihm auch kommen, gehen alle Türen auf.

    Eine besondere Ehre widerfährt uns gar auf dem Weingut Mooiplaas, das seit 1806 von der Familie Roos betrieben wird. Drei, vier Mal im Jahr an einem Sonntag Mittag bittet das Familienoberhaupt zur „Langtafel“, an der zum Lunch alle Platz nehmen, die zur Familie gehören. Wir kommen sonntags, und an der Langtafel sind noch zwei Tische angebaut, damit auch wir Platz haben unter all den vielen Roos’ens aus drei Generationen. Gastfreundschaft, wie sie selten so zu erleben ist.

    Zuvor haben uns die beiden Brüder Tielman und Louis, von denen der eine für die Arbeit im Weinberg verantwortlich ist, der andere für die Arbeit im Keller, auf geländegängigen Trucks auf steilen Feldwegen durch die Rebhänge hinauf zum höchsten Punkt von Mooiplaas gefahren, das mit 150 Hektar Rebfläche zu den größten Weingütern in Südafrika zählt und am westlichen Rand des Anbaugebiets liegt, näher an Kapstadt als an Stellenbosch. Was für eine Aussicht dort oben, links die Helderberg Mountains, gradaus die False Bay, daneben in der Ferne die Berge der Kap-Halbinsel, rechts die ersten Häuser von Kapstadt und dann der Tafelberg. Natürlich, wie seit Tagen schon, ohne Tischdecke.

    Zurück im Gut macht Louis zum Aperitif einen MCC (Schaumwein nach Champagner-Methode) nach Art Napoléons auf: mit dem Säbel, und ohne dass jemand Scherben im Glas hat.

    So viel Tradition wie bei den Roos’ens auf Mooiplaas gibt es nicht auf allen Gütern, die wir besuchen, auf einigen gibt es viel mehr gar keine, denn sie sind nagelneu. Erst seit dem Ende der Apartheid – und den damit einhergegangenen Handelsboykotten vieler Länder gegen Produkte aus Südafrika -, also seit Mitte der 90er Jahre, gibt es überhaupt für Wein nennenswerte Exportmöglichkeiten. Seit es die gibt, wurde reichlich investiert, denn die Voraussetzungen für erfolgreichen Weinbau mit guten Erträgen sind rund ums Kap der Guten Hoffnung nun mal vorzüglich: Stabiles, warmes Klima, immer eine leichte Brise vom Meer her und gute Böden. Genau wie sonstwo in der neuen Wein-Welt, ob sie nun Kalifornien, Chile, Neuseeland oder Australien heißt. Nur, dass die Arbeitskräfte in Südafrika vielleicht noch ein wenig preiswerter zu haben sind.

    So erleben wir zwei verschiedene Formen von Investments. Zum einen sind es Agrarier, die den Weinbau als weiteres Standbein hinzugenommen haben, wie etwa der Schafzüchter Johann de Kock auf seinem 8 Hektar Zoetendal, dem östlichsten Weingut unserer Reise im Anbaugebiet Elim, der uns gerade mal vier Jahrgänge von drei verschiedenen Weinen präsentieren kann. Oder auf dem etwa hundert Kilometer nördlich von Kapstadt gelegenen Gut Groote Post (Weinregion Darling), das zwar bereits 1706 gegründet wurde, bis vor 20 Jahren jedoch ausschließlich von der Rinderzucht (und einem vielfach prämierten Restaurant im ehemaligen Gutshaus) lebte. Auch heute erleben wir in den scheinbar unendlichen Weiten dieser Farm, nachdem wir einen Laster mit Sitzreihen auf der Ladefläche für einen der überall im Lande beliebten Gamedrives besteigen, allerhand Tierzeug, darunter sogar wildes. Kühe allerdings sind nicht (mehr) darunter.

    Zum anderen sind es (sehr) reiche Leute, die sich (auch noch) ein Weingut leisten. Auf Saronsberg Cellar ist das so, wo uns als Ausnahme nicht der viel beschäftigte Besitzer, sondern Dewaldt Heyns empfängt, einer der renommiertesten Winemaker Südafrikas. Auch er fährt mit uns erst im Truck in den Weinberg, köpft ein paar Flaschen MCC und lässt die Kulisse auf uns wirken: die Bergkette rund um den Talkessel von Tulbagh, einfach Filmreif. Wie auch später die im Weingut, wo Dewaldt, obwohl die Lese wie auf allen Gütern längst in vollem Gange und er ziemlich im Stress ist, persönlich den Grill anfeuert und ein paar oberarmdicke Filets auflegt. Vor sich hat er das gutseigene Stausee-le, aus dem die Weinberge bewässert werden, im Rücken hat er seinen Arbeitsplatz: eine Kathedrale zeitgemäßer Weinbau-Technologie und – zeitgenössischer Kunst. Denn der Kunst-sammelnde Besitzer wollte auf Saronsberg auch noch einen Platz schaffen, an dem all die Sammlerstücke unterkommen, für die in seinem Wohnzimmer keine Wand mehr frei ist. Es wird wohl auf der Welt wenige Fasskeller geben, in denen es so viel zu sehen gibt, wie auf Saronsberg Cellar.

    Oder Virgin Earth. Das ist so ungefähr 30 Kilometer nördlich von dem Punkt in der Kleinen Karoo, an dem die letzte asphaltierte Straße endet. Danach gibt es nur noch Gravel Roads, die hinter jedem Fahrzeug eine solche Staubwolke aufsteigen lassen, dass der zweite unserer beiden Neun-Sitzer-Busse, mit denen wir unterwegs sind, einen halben Kilometer Abstand halten muss zum Vorausfahrenden, damit der Fahrer wieder irgendetwas sieht. Wir sind 600 Meter hoch und zwischen all dem Gestein wachsen Flechten und ein wenig Buschwerk. Hier soll ein Weingut kommen? Und was für eins.

    Kobus du Plessis ist ein Mann in den Fünfzigern, der mit seiner Hände Arbeit kein Geld mehr verdienen muss. Vermutlich deshalb halten wir den bulligen Typen, der in Südafrika-typischer kurzer Hose und einem Arbeits-T-Shirt uns einen nachhaltigen Handschlag verpasst, zunächst für den Assistenten des smarten Winemakers, der uns in eine ehemalige Poststation führt, in das erste Gebäude aus Stein seit einer halben Stunde Fahrt. Drinnen trauen wir unseren Augen nicht: das modernste, was Kellertechnologie zu bieten hat. Trauben werden nicht durch Druck von oben gepresst, sondern indem sich der Behälter, in dem sie sich befinden, um die eigene Längsachse dreht. Gravitationstechnik wie im Teilchenbeschleuniger.

    Dann fahren wir zu einem See, ohne uns mehr darüber zu wundern, dass es den in dieser Gegend gibt, und sehen – wieder einmal Filmreif – Kobus in ein Kanu einsteigen. Quer über dem See liegt ein Seil, an das wieder Seile gebunden sind. An einem zieht die Kanubesatzung vom Grund des Sees ein Barrique-Fass herauf. 228 Liter Cabernet-Sauvignon, den wir später im (Ferien-)Häusle der du Plessis verkosten werden (zusammen mit einem wunderbaren Buffet, das mit dem Gastgeber am Morgen im Hubschrauber aus Kapstadt eingeflogen ist).

    Fässer im Wasser, wie das? Ganz simpel, das Ergebnis eines Denkfehlers: Beim Umbau der Poststation in ein Weingut war für den Fasskeller in die übliche Tiefe gegraben worden. Weil es in der Kleinen Karoo aber viel wärmer ist als in anderen Anbaugebieten des Landes, blieben die Kellertemperaturen zu hoch für einen ordnungsgemäßen Reifungsprozess. Und so wurde halt geschwind das einzige Gebirgsbächlein weit und breit aufgestaut zu einem See, der den Barriques von Virgin Earth die Lagerstätte für perfekte Reifebedingungen abgibt: kein Licht, kein Lärm und eine stets gleichbleibende Temperatur.

    A propos Temperatur: Am Ende normalisiert sich die Spät-Jahres-Hitzewelle auf äußerst angenehme 25 Grad, und wir haben weder beim Einkaufsbummel in Down-Town Kapstadt samt Sundowner an der Waterfront irgendein Kreislaufproblem noch beim Erklimmen des Tafelbergs (700 Höhenmeter, drei Stunden). Jeder unserer Busse hat knapp 1500 Km mehr auf dem Tacho, und wir haben außer Weingüter-Besuchen durchaus auch Strandurlaub gemacht, bei zwei Gamedrives auf einer Safari-Lodge die „Big Five“ gesehen, in Cape Agulhas den südlichsten Punkt Afrikas besucht, an dem sich zwei Weltmeere treffen, und – ein Muss für jeden Kapstadt-Besucher – die Affen am Kap der Guten Hoffnung gefüttert.

    Übrigens, und bevor wir mehr Fragen aufwerfen als beantworten, noch dieses. Warum Kobus du Plessis ausgerechnet dort, in the Middle of Nowhere, ein Weingut bauen wollte? Weil er aus der Gegend stammt. Und warum du Plessis sich nicht lieber in Stellenbosch einfach eines kaufte? Weil er dort sonst zwei hätte.

    Ungelogen, Weinreise in Südafrika, das ist mitunter ganz großes Kino.

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